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| Ergebniszusammenfassung (als PDF zum Download hier ) |
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Wie bereits in den Jahren 2007 bis 2009 hat der Lehrstuhl für Marketing I der Universität Hohenheim mit seinen Studierenden auch im Mai dieses Jahres die Zufriedenheit mit der Verwendung von Studiengebühren bei Studierenden an allen deutschen Universitäten ermittelt, die im laufenden Sommersemester Studiengebühren erhoben haben. Überprüft wurde in diesem Zusammenhang auch die Einstellung von Studierenden an deutschen Universitäten gegenüber Studiengebühren im Allgemeinen sowie die Zufriedenheit mit Studiumsqualität und Studienbedingungen.
Insgesamt wurden für den Gebührenkompass 2010 mehr als 5.200 persönliche Interviews geführt. An jeder der 48 deutschen Universitäten, die im Sommersemester 2010 Studiengebühren erhoben haben, wurden mindestens 100 Interviews mit Studierenden vor Ort von „Gebühren-Scouts“ der Universität Hohenheim geführt. Diese umfangreichste und aufwendigste Studie zu Studien-gebühren in Deutschland war nur durch die finanzielle Unterstützung der GfK, Nürnberg möglich.
Die „Highlights“ der Ergebnisse des „Gebühren- kompass 2010“ werden im Folgenden in den Rubriken
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Hintergrund |
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Zufriedenheit mit der Verwendung von
Studiengebühren, |
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Einstellungen der Studierenden gegenüber
Studiengebühren sowie |
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Wahrnehmung von Studiumsqualität und
Studienbedingungen |
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vorgestellt. Darüber hinaus werden am Ende dieser Ergebniszusammenfassung einige zentrale Schlussfolgerungen für Universitäten für den Umgang mit dem Thema „Studiengebühren“ aus den zuvor vorgestellten Ergebnissen des Gebührenkompass 2010 abgeleitet. |
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Zufriedenheit mit der Verwendung von Studiengebühren in Deutschland |
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Noch immer ist die Zufriedenheit von Studierenden deutscher Universitäten mit der Verwendung von Studiengebühren an ihren Universitäten gering. Auf einer Skala von „1 = sehr zufrieden“ bis „6 = sehr unzufrieden“ liegt die durchschnittliche Zufriedenheit der Befragten bei 4,05 und ist damit auf eine Schulnoten-Skala bezogen allein mit „ausreichend“ zu bewerten.
Allerdings ist wie schon im vergangenen Jahr eine leichte Verbesserung der Zufriedenheit im Vergleich zur Untersuchung des Vorjahres feststellbar. Lag die Zufriedenheit im Gebührenkompass 2009 (2008) auf der gleichen Skala noch bei 4,22 (4,55), so stellt die diesjährige Gesamtzufriedenheit von 4,05 einen Anstieg der Zufriedenheit von 0,17 dar. Der Anstieg ist in diesem Jahr zwar geringer als im Vorjahr ausgefallen, stellt jedoch trotzdem eine statistisch signifikante Verbesserung gegenüber dem Vorjahr dar.
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Gesamtzufrieden-
heit in Deutschland |
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Ähnlich wie in den Vorjahren besteht auch 2010 hinsichtlich der Zufriedenheit mit der Verwendung von Studiengebühren ein leichtes Nord-Süd-Gefälle: So ist die Zufriedenheit in den nördlichen Bundesländern Hamburg (4,15), Niedersachsen (4,17) und Nordrhein-Westfalen (4,12) signifikant schlechter als in Bayern (3,83) und Baden-Württemberg (4,00). Allerdings ist die Zufriedenheit in den nördlichen Bundesländern im Vergleich zum Vor-jahr umfassender angestiegen, so dass der Abstand zu den südlichen Bundesländern etwas geringer geworden ist.
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Nord-Süd-Gefälle bei der Zufriedenheit |
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Eine wesentliche Ursache für die insgesamt noch immer bestehende Unzufriedenheit ist darin zu sehen, dass die Verwendung der Studiengebühren an deutschen Universitäten weiterhin von den Studierenden als nicht ausreichend transparent eingestuft wird. Die Zufriedenheit mit der Transparenz der Verwendung von Studien-gebühren beträgt auf einer Skala von „1 = sehr zufrieden“ bis „6 = sehr unzufrieden“ in diesem Jahr 4,2. Damit ist die Zufriedenheit mit der Transparenz im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig angewachsen (2009: 4,3), so dass hier noch immer erheblicher Nachholbedarf an deutschen Universitäten zu konstatieren ist. |
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Unzufriedenheit mit der Transparenz der Verwendung |
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Am zufriedensten sind die Studierenden dabei weiterhin mit der bisherigen Verwendung der Studiengebühren zur Verbesserung der Bibliotheksleistungen. Hier liegt die Zufriedenheit im Bundesdurchschnitt bei 3,1 (Vorjahr: 3,2). |
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Zufriedenheit mit Gebühren für Bib-liotheksleistungen |
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Die nachfolgende Abbildung, in der die „Treiber“ der Zufriedenheit mit der Verwendung von Studiengebühren im Vergleich miteinander dargestellt worden sind, verdeutlicht darüber hinaus, dass neben der Transparenz vor allem die Verwendung der Studiengebühren im Bereich Lehre die Gesamtzufriedenheit mit der Verwendung von Studiengebühren beeinflussen. Verbesserungen bei diesen Verwendungsaspekten führen zu den größten Auswirkungen auf die Gesamt-zufriedenheit mit der Verwendung von Studiengebühren.
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Treiber der Gesamtzufrieden- heit |
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| Abb.: Einfluss verschiedener Verwendungsaspekte auf die Gesamtzufriedenheit mit der Studiengebührenverwendung |
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Einstellungen von Studierenden zu Studiengebühren |
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Obwohl sich die Zufriedenheitswerte bezüglich der Verwendung von Studiengebühren bei Studierenden deutscher Universitäten im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert haben, weisen Studiengebühren noch immer eine sehr geringe Akzeptanz auf. Seit der Erstellung des Gebührenkompass 2007 hat sich die Akzeptanz nicht verbessert. Nachdem sich 2007 60 % der Studierenden gegen die Erhebung von Studiengebühren ausgesprochen hatten, liegt dieser Wert (nach 63% in 2008 und 66% in 2009) in diesem Jahr bei 63% und damit zwar um 3 Prozentpunkte unterhalb der Marke aus dem Vorjahr, jedoch noch immer auch 3 Prozentpunkte oberhalb des Ausgangswertes von 2007. |
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Akzeptanz von Studiengebühren: 63% sind dagegen! |
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Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verwunderlich, dass weiterhin ein ähnlich großer Teil der Studierenden für die Abschaffung der Studiengebühren in Deutschland plädiert. Rund 66% der befragten Studierenden (Vorjahr: 72%) sind der Ansicht, dass die Studiengebühren wieder abgeschafft werden sollten. Am kritischsten sehen Studierende aus den nördlichen Bundesländern Studiengebühren. Hamburger, niedersächsische und nordrhein-westfälische Studierende sind zu 70% und mehr der Auffassung, dass Studiengebühren wieder abgeschafft werden sollten. Im Gegensatz dazu sprechen sich Studierende an baden-württembergischen und bayrischen Universitäten „nur“ zu 60% für die Abschaffung von Studiengebühren aus. |
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66% der Studierenden plädieren für die Abschaffung |
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Ein wesentlicher Erklärungsfaktor für die damit noch immer sehr geringe Akzeptanz von Studiengebühren ist im fehlenden Glauben an die Verbesserung der Lehrbedingungen durch Studiengebühren auf Seiten der Studierenden zu sehen. So werden Studiengebühren deutlich stärker von Studierenden akzeptiert, die davon ausgehen, dass die Studiengebühren an ihren Hochschulen zu einer Verbesserung der Lehrbedingungen führen. Allerdings ist der Anteil der Studierenden, die hieran glauben, noch immer sehr gering. 68,3% der Befragten (Vorjahr: 71,5%) geben an, dass es auf Grund von Studiengebühren bislang noch zu keiner Verbesserung der Lehrbedingungen an ihrer Universität gekommen sei. Und von dieser Gruppe der Befragten gehen wiederum 81% davon aus, dass es auch zukünftig durch Studiengebühren zu keiner Verbesserung der Lehrbedingungen kommen wird. |
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Grund für fehlende Akzeptanz: fehlender Glaube an Verbesserung der Lehrbedingungen |
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Die geringe Akzeptanz von Studiengebühren hängt dabei auch an der Informationspolitik der Universitäten. Zwar gibt inzwischen nur noch knapp die Hälfte der Befragten (48,1%) an, dass sie keine Informationen über die Verwendung von Studiengebühren an der eigenen Universität erhalten habe. Allerdings hat sich dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert (2009: 51,5%). Zudem fühlen sich trotzdem noch immer 85% der Studierenden (Vorjahr: 86%) nicht ausreichend über die Verwendung von Studiengebühren an ihren Universitäten informiert. |
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Studierende fühlen sich nicht ausreichend durch Unis informiert |
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Wahrnehmung und Qualität des Studiums |
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Trotz der weiterhin bestehenden Unzufriedenheit mit Studiengebühren und deren Verwendung sind die Studierenden an gebührenerhebenden Universitäten in Deutschland mit Studiumsqualität und Studien-bedingungen recht zufrieden. Die Qualität des Studiums wird so auf einer Skala von „1 = sehr gut“ bis „6 = sehr schlecht“ mit durchschnittlich immerhin 2,69 und damit oberhalb des Skalendurchschnitts von 3,5 eingeschätzt. Kritisch werden in diesem Zusammenhang allerdings die Service-leistungen von zentralen Universitätseinrichtungen und die Abläufe von Verwaltungsvorgängen eingestuft.
Die positive Grundeinstellung zeigt sich auch daran, dass rund 67% der befragten Studierenden angeben, gern oder sehr gern an ihrer Hochschule zu studieren. Wenn überhaupt dann kritisieren sie, dass das Studium insgesamt zu wenig praxisnah ist.
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Schlussfolgerungen für den Umgang mit dem Thema „Studiengebühren“
durch Universitäten |
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Die empirischen Ergebnisse des Gebührenkompass 2010 weisen im Vergleich zu den Studien der Vorjahre kaum Veränderungen auf. So bestätigen sie großteils die bereits in den Vorjahren aufgezeigten Ergebnistendenzen. Vor allem findet sich weiterhin der kausale Zusammenhang zwischen der Informationspolitik von Universitäten und der Akzeptanz bzw. Zufriedenheit mit Studiengebühren auf Seiten der Studierenden bestätigt. Auch zeigt sich, dass nur diejenigen Studierenden, die angemessen über die Verwendung von Studiengebühren an ihrer Universität informiert sind, mit der Verwendung von Studiengebühren zufrieden(er) sind.
Dies zeigt sich, wenn man die Zufriedenheit mit der Verwendung von Studiengebühren zwischen Studierenden, denen nach eigener Einschätzung keine Informationen über die entsprechende Verwendung der Mittel an der Hochschule vorliegen, und anderen Studenten, denen solche Informationen vorliegen, miteinander vergleicht. Hierbei zeigt sich, dass „informierte Studierende“ mit 3,79 signifikant zufriedener sind als „nicht-informierte Studierende“, die allein über eine Gesamtzufriedenheit von 4,33 verfügen.
Darüber hinaus hängt die Zufriedenheit allerdings auch vom Umfang und der Qualität der Informationen ab. Unterteilt man so die o.g. „informierten Studierenden“ nochmals in die Gruppe der Studierenden, die sich als ausreichend informiert einstufen, und in die Gruppe, die sich als nicht ausreichend informiert ansehen, dann fällt auf, dass die „ausreichend Informierten“ mit 3,17 deutlich zufriedener sind als die „nicht ausreichend Informierten“ (4,00).
Akzeptanz und Zufriedenheit auf Seiten der Studierenden können Universitäten also steigern, wenn sie umfassend und vielfältig über die Verwendung von Studiengebühren an der eigenen Einrichtung informieren. Hinsichtlich ihrer Informationspolitik im Zusammenhang mit Studien-gebühren scheinen die Universitäten im Vergleich zum Vorjahr allerdings nicht deutlich weiter gekommen zu sein. So geben immer noch viele Studierende an (48,1%), dass sie keine Informationen über die Verwendung von Studiengebühren seitens ihrer Hochschule erhalten hätten. Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass sich die Studierenden nicht ausreichend über die Verwendung von Studiengebühren an ihrer Universität informiert fühlen. Da mit weiterhin rund 85% die weit überwiegende Mehrheit der Studierenden und nicht nur die nicht-Informierten Studierenden angeben, nicht ausreichend informiert zu sein, scheinen die Universitäten auch nicht die Anforderungen im Hinblick auf die Informationsqualität derjenigen Studierenden zu erfüllen, die sie mit ihrer Informationspolitik erreichen.
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Unis müssen „besser“ über Verwendung von Studiengebühren informieren! |
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Neben einer verbesserten Informationspolitik müssen Universitäten aber auch über Verbesserungen im Bereich der Gebühren-/Beitragsverwendung nachdenken. Da immer noch die überwiegende Mehrzahl der Studierenden (68,3%) angibt, dass die Einführung von Studiengebühren zu keiner Verbesserung der Lehr-/Lernbedingungen an der eigenen Hochschule geführt habe, müssen die Hochschulen darüber nachdenken, ob die bislang ergriffenen Verwendungsmaßnahmen bereits optimal sind. Gegebenenfalls sind in der Folge neue Verwendungs-formen für Studiengebühren zu identifizieren, die tatsächlich zu einer Verbesserung der Lern- und Lehrbedingungen an Universitäten führen.
Insgesamt sind den Universitäten damit sehr ähnliche Empfehlungen wie 2008 und 2009 zu geben. Die Tatsache, dass die Akzeptanz- und Zufriedenheitswerte auch in diesem Jahr kaum von denen der Vorjahre abweichen und den Universitäten daher im Grunde die gleichen Hausaufgaben wie 2008 und 2009 auf den Weg zu geben sind, deutet aber auch darauf hin, dass die Universitäten – zumindest im Durchschnitt – diese Aufgaben in der Vergangenheit noch nicht umfassend genug angegangen sind. Hier besteht also noch immer deutlicher Handlungsbedarf.
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Nutzenstiftende Gebühren- verwendungen identifizieren! |
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